Verbotene Kostüme, DIY-Ideen und traditionelle Maskenkunst: Ein Leitfaden für Karneval und Fasching

Verbotene Verkleidungen: Rechtliche Fallstricke bei Karneval und Fasching

Die Verkleidungsfreude an Karneval und Fasching kennt klare Grenzen. Wer gegen geltende Verbote verstößt, riskiert empfindliche Bußgelder oder sogar Haftstrafen.

Verbotene Kostüme, DIY-Ideen und traditionelle Maskenkunst: Ein Leitfaden für Karneval und Fasching
© Frank Kovalchek (CC BY 2.0)

Anscheinswaffen und Uniformen

Schusswaffenattrappen, die echten Waffen zu ähnlich sehen, gelten als Anscheinswaffen. Nach § 42a des Waffengesetzes stellen diese in der Öffentlichkeit eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit Bußgeldern von bis zu 10.000 Euro geahndet werden kann. Der Grund: Realistische Nachbildungen können mit echten Waffen verwechselt und Panik auslösen.

Auch Uniformen von Polizei, Soldaten oder anderen Berufsgruppen sind problematisch. Ist der Unterschied zu echten Dienstuniformen nicht mehr erkennbar, kann ein Verstoß gegen § 132a des Strafgesetzbuches vorliegen, wenn Kostümierte unbefugte Diensthandlungen vornehmen – selbst im Scherz. Dies soll verhindern, dass Hilfesuchende Verkleidete nicht von echten Einsatzkräften unterscheiden können.

Volksverhetzung und Vermummung

Rechtsextremistische Verkleidungen, etwa als Anhänger des Nationalsozialismus oder mit Symbolen wie dem Hakenkreuz, fallen unter § 86a StGB. Das Tragen solcher Kostüme kann mit Geldstrafen oder bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe bestraft werden. Auch Kostüme, die an terroristische Vereinigungen erinnern, sind strengstens untersagt.

Das Vermummungsverbot gilt zusätzlich: Wer das Gesicht auf dem Weg zu oder bei öffentlichen Veranstaltungen im Freien sowie im Straßenverkehr verhüllt, macht sich strafbar. Traditionelle Feste wie Fasching können von dem Verbot bei Versammlungen ausgenommen sein, im Straßenverkehr gilt das Verbot jedoch trotzdem – mit einem Bußgeld von 60 Euro.

Kreative DIY-Lösungen: Kostüme aus einfachen Mitteln

Wer kurzfristig zu einer Faschingsveranstaltung eingeladen ist und kein Kostüm hat, kann mit Haushaltsgegenständen kreative Lösungen finden. Ein schwarzer Kajalstift und ein wasserfester Filzstift gehören zu den wichtigsten Utensilien.

Schnelle Verwandlungen

Eine Katze entsteht aus schwarzem Shirt und Hose. Ohren lassen sich aus Pfeifenputzer-Draht oder einem geknoteten Tuch basteln, der Schwanz aus einer abgeschnittenen Strumpfhose. Mit Kajal werden Nase, Barthaare und Augenbrauen konturiert.

Für einen Clown zieht man mit Kajal Halbkreise über den Augenbrauen, weißt diese mit Penatencreme und malt mit rotem Lippenstift Apfelbäckchen. Ein Spiderman-Kostüm gelingt mit einem weißen T-Shirt, auf das mit wasserfestem Stift ein Netz gemalt wird, kombiniert mit roter oder blauer Hose. Als Jedi-Ritter dient ein blauer Müllsack mit Kopf- und Armöffnungen, verziert mit einem Fantasie-Wappen und einem Gürtel.

Besonders mutige Verkleiden sich als Kuh: Ein weißer Maleranzug aus dem Baumarkt wird mit schwarzen Permanentmarker-Flecken versehen, ein Einmalhandschuh dient als Euter. Für Gruselfans ersetzen Ketchup und roter Lippenstift Kunstblut bei Zombie- oder Vampirkostümen.

Schnittmuster für Selbernäher

Wer nähen möchte, findet bei Schneiderfundus und Burdastyle zahlreiche Schnittmuster für Hexen, Gespenster, Elfen, Piraten oder historische Kostüme. Die Preise liegen zwischen 9,90 und 18,90 Euro.

Traditionelles Handwerk: Maskenbau und Brauchtum

Hinter vielen Kostümen steckt aufwendiges Handwerk. In der Schweiz und in Österreich haben sich traditionsreiche Maskenkünste erhalten, die weit über bloße Verkleidungen hinausgehen.

Künstlerische Maskenarbeit

Der Maskenbauer Ralf Assmann bietet in Bern Kurse für Krafttier-Masken an, bei denen Teilnehmer aus Ton, Papier, Naturkautschuk sowie tierischen und pflanzlichen Materialien wie Fell und Leder eigene Masken schaffen. Sein Angebot umfasst auch den fünftägigen Kurs „Anam Cara" in den Rauhnächten sowie Auftragsarbeiten für Theater und Tanz.

Holzgeschnitzte Krampusmasken

In Zell am See fertigt der Holzschnitzer Arthur Moinat kunstvolle Masken für Krampusse und Perchten. Die Schirchperchten treten in den Rauhnächten auf und sollen mit lautem Schellengeläut Wintergeister austreiben, während der Krampus als ermahnender Begleiter des Heiligen Nikolaus fungiert. Moinat verwendet ausschließlich Holz sowie Aluminium, Bronze oder Messing – Plastik kommt nicht zum Einsatz. Seine Werke starten bei etwa 600 Euro.

Fertige Kostüme: Ganzkörperkostüme für die kalte Jahreszeit

Wer nicht selber nähen oder schnitzen möchte, findet im Handel fertige Lösungen. Besonders beliebt sind Ganzkörperkostüme und Overalls, die nicht nur auffällig aussehen, sondern auch gegen klirrende Kälte schützen.

Bei buttinette gibt es eine große Auswahl an Overall-Kostümen für Fasnacht. Diese bieten Platz für eigene Kleidung darunter und eignen sich für Strassenumzüge bei jedem Wetter. Das Sortiment umfasst Tierkostüme wie Bären, Rehe, Krokodile und Schafe in Erwachsenen- und Kindergrößen. Familienkostüme sind dabei besonders gefragt – ob als Schäfchenherde oder Pandafamilie.

Der Onlineshop bietet neben Kostümen auch Zubehör, Schminke und Stoffe zum Selbernähen an. Das Sortiment ist ganzjährig verfügbar – nicht nur zur Fasnacht, sondern auch für Halloween, Mottopartys oder Theateraufführungen.